Die Stadt investiert in die Zukunft und kämpft mit struktureller Unterfinanzierung
Die Stadt Rendsburg hat ein klares Ziel vor Augen: Unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen soll weiter in die Zukunft investiert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Bildung, Brand- und Bevölkerungsschutz sowie die Innenstadt. Den Gremienmitgliedern wurde der Haushaltsentwurf in dieser Woche zugestellt.
Die großen Posten: Feuerwache und Schulen
„Wir wollen unsere Stadt zukunftsfähig weiterentwickeln. Dafür brauchen wir gute Bildung, einen starken Brand- und Bevölkerungsschutz und eine attraktive Innenstadt. Diese Bereiche sind für uns zentrale Zukunftsaufgaben", sagt Bürgermeisterin Janet Sönnichsen. Insbesondere der Neubau der Feuerwache ist ein großer Posten, hierfür sind in 2027 13 Millionen Euro gebunden. In den Schulbereich fließen mehr als neun Millionen Euro, vor allem in den Ausbau der Offenen Ganztagsschulen. Zudem investiert die Stadt weiter in die Entwicklung ihrer Innenstadt. Gleichzeitig geht es um den Erhalt der bestehenden Bausubstanz, etwa um Schulen langfristig nutzbar zu halten. „Hier sind regelmäßig erhebliche Mittel nötig. Aber auch das gehört zu einer nachhaltigen Finanzplanung", so Sönnichsen.
Steigende Kosten, sinkende Einnahmen
Wie viele Kommunen steht auch Rendsburg vor erheblichen Kostensteigerungen. Beispiel Personal: Rund 30 Prozent des städtischen Haushalts entfallen auf Personalkosten. Die voraussichtlich in 2027 anstehenden Tarifabschlüsse führen zu zusätzlichen Belastungen. Hinzu kommt die rückwirkende Besoldungserhöhung für die Beamtinnen und Beamten. Auch bei den Einnahmen verschärft sich die Situation. Die Schlüsselzuweisungen des Landes gehen im kommenden Jahr voraussichtlich um 2,8 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig steigt die Belastung durch die Kreisumlage um rund 1,6 Millionen Euro auf insgesamt etwa 15 Millionen Euro.
Defizit von bis zu 13 Millionen Euro
Unter den derzeit bekannten Rahmenbedingungen geht die Stadt Rendsburg für 2027 von einem Defizit von bis zu 13 Millionen Euro aus. Ein wesentlicher Teil dieser Belastungen entsteht durch externe Faktoren, auf die die Stadt keinen Einfluss hat. „Wir können nicht auf der einen Seite immer mehr Aufgaben erfüllen und gleichzeitig mit immer weniger finanziellen Spielräumen auskommen", betont Sönnichsen und ergänzt: „Wir hoffen, dass das Land Stellschrauben findet, um die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen zu beseitigen."
Sparen mit Augenmaß
Innerhalb des Rathauses wurden in den vergangenen Monaten bereits Einsparungen umgesetzt, insbesondere im Personalbereich. So wurden unter anderem frei gewordene Stellen nicht neu besetzt. Im nächsten Schritt geht es nun gemeinsam mit den Fraktionen darum, weitere Einsparmöglichkeiten für die Stadt zu prüfen und Prioritäten zu setzen. Sönnichsen: „Wir werden auch weiterhin genau hinschauen, wo wir noch weiter Kosten reduzieren können. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht kaputtsparen und damit wichtige Entwicklungen für unsere Stadt verhindern."